BrustkrebswissenFrüherkennung & Diagnose

Entfernung der Lymphknoten

Lymphknoten als Filter

Für die Entstehung von Fernmetastasen müssen die Tumorzellen aus der Brust in andere Regionen des Körpers "wandern". Dieser Weg ist ein eindeutig definierter und führt über die Lymphknoten. Die Lymphknoten dienen im Körper als "Kläranlagen", sie filtern Krankheitserreger aus der Gewebeflüssigkeit (Lymphe) und können auch Krebszellen zurückhalten. Deshalb war es früher fester Bestandteil einer Brustkrebsoperation, (in der Regel mindestens zehn) Achsellymphknoten auf der betroffenen Seite zu entfernen (= Axilla-Dissektion) und zu analysieren. Sind die Lymphknoten frei von Tumorzellen, haben sich mit höchster Wahrscheinlichkeit noch keine Metastasen gebildet. Diese Information ist entscheidend für die nachfolgende Therapieplanung.

Die Axilla-Dissektion ist allerdings von ernsthaften Risiken und Komplikationen begleitet. Nahezu die Hälfte aller Frauen beklagen nach der Operation leichte, aber bleibende Beschwerden. Dazu gehören Schmerzen, Taubheitsgefühl und Bewegungseinschränkungen im Schulter-Arm-Bereich. Darüber hinaus entwickelt etwa jede fünfte Patientin ein Lymphödem. Es entsteht durch den gestörten Abfluss der Gewebeflüssigkeit, weshalb die Hand und der Arm mehr oder weniger stark anschwellen.

Der Wächter-Lymphknoten

Nach Ergebnissen großer Studien ist es aber inzwischen ausreichend, nur einen bestimmten Lymphknoten – den so genannten Wächter- oder Sentinel-Lymphknoten – herauszunehmen (Sentinel-Node Biopsie, SNB). Die SNB ist heutzutage Standard in der Brustkrebsbehandlung. Der Wächter-Lymphknoten ist sozusagen das „Tor“ von der Brust in die Lymphbahn, die erste „Filterstation“ für die Lymphe. Ist dieser eine (manchmal sind es auch zwei oder drei, die dicht beieinander liegen) Lymphknoten frei von Tumorzellen, kann auf eine Axilla-Dissektion verzichtet werden. Bisherige Ergebnisse sprechen dafür, dass dann auch die übrigen Lymphknoten tumorfrei sind. Finden sich jedoch Tumorzellen im Wächterlymphknoten, müssen weitere Lymphknoten entfernt werden und es wird wie bisher operiert. 

Der Pathologe untersucht den Sentinel-Lymphknoten sehr viel sorgfältiger als die Vielzahl an Lymphknoten bei einer Axilla-Dissektion, da er als Stellvertreter für den gesamten Lymphknotenstatus dient. Die Aussagefähigkeit der Untersuchung des Wächter-Lymphknotens durch einen erfahrenen Pathologen liegt bei Tumoren bis 5 Zentimeter bei einer Verlässlichkeit von 95 bis 98 Prozent. 

Mittlerweile bieten Brustzentren und die meisten größeren Kliniken die Sentinel-Node Biopsie an.