BrustkrebswissenFrüherkennung & Diagnose

Untersuchungen vor der OP

Verschiedene Verfahren ermöglichen es heute, vor einer Operation Zellen aus verdächtigem Gewebe zu entnehmen. Dieser Eingriff ist einfach, schnell, kaum schmerzhaft, ungefährlich und erfolgt unter örtlicher Betäubung der Haut. In der Regel können Biopsien ambulant ohne Krankenhausaufenthalt vorgenommen werden.

Die zuweilen geäußerte Befürchtung, bei der Entnahme könnten Tumorzellen „verschleppt“ werden, die dann Metastasen bilden, ist durch keinerlei wissenschaftliche Daten belegt und unbegründet.

Feinnadelbiopsie

Bei der Feinnadelbiopsie werden nur einzelne Zellen mit Hilfe einer extrem feinen Kanüle aus dem verdächtigen Bereich der Brust entnommen. Die Nadel wird mehrfach neu eingestochen und in fünf bis zehn Richtungen fächerförmig gestochen. Dies dient der Erhöhung der Treffsicherheit und um Zellen aus verschiedenen Arealen des fragwürdigen Brustbereichs zu erhalten. Dieses recht grobe Verfahren ist nicht allzu aussagekräftig. Sicher ist nur ein bösartiges Ergebnis, auf ein gutartiges kann man sich nicht verlassen. Auch eine sorgfältige Operationsplanung lässt sich mit diesem Verfahren nicht treffen. 

Stanzbiopsie

Die Stanzbiopsie (Hochgeschwindigkeits-Stanze) ist die am häufigsten angewandte Biopsiemethode und wird in den Leitlinien der Fachgesellschaften als Standardmethode der minimalinvasiven Untersuchungstechniken angegeben. Die Stanzbiopsie ist mit Ultraschallkontrolle und mit Hilfe der Mammographie als stereotaktisches Biopsieverfahren möglich. Der Arzt führt nach örtlicher Betäubung durch einen winzigen Hautschnitt eine Führungskanüle bis zu dem verdächtigen Bereich ein. Durch diese Kanüle schießt dann eine Nadel mit hoher Geschwindigkeit und stanzt zylinderförmige Proben aus dem Gewebe heraus. Der Tumor wird für eine möglichst hohe Ausbeute mehrfach durchlöchert. Aus den gewonnenen kleinen Gewebeproben können vielfältige Informationen über den Tumor erhalten werden und eine genauere Operationsplanung ist möglich.

Jetnadelbiopsie

Die Jetnadelbiopsie ist eine Abwandlung der Stanzbiopsie. Hier wird eine feinere Kanüle benutzt, die histologische Untersuchungen erlaubt, allerdings nicht in dem Umfang wie die Stanzbiopsie. Sie ist ideal geeignet, um lebende Tumorzellen steril für therapeutische oder spezielle diagnostische Verfahren zu gewinnen, oder zur Aufbewahrung in einer Tumorgewebebank.

Stereotaktische Vakuumbiopsie

Eine neuere Technik, die stereotaktische Vakuumbiopsie, erlaubt die komplette Entfernung eines verdächtigen Bezirks und die Entnahme mehrerer Gewebeproben mit einem einzigen Einstich zur feingeweblichen Untersuchung. Sie wird vor allem bei nicht tastbaren Veränderungen empfohlen und unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle durchgeführt. Auch die Vakuumbiopsie erfolgt ambulant mit örtlicher Betäubung. Die 3 – 4 mm dicke Nadel hat eine seitliche Öffnung. Durch das Vakuum in der Nadel wird das Gewebe durch die Nadel abgesaugt.
 Die Vakuumbiopsie ist üblicherweise nicht belastend, dauert aber länger als die Stanzbiopsie und hinterlässt wegen der dickeren Nadel eine kleine Narbe.

MRT-gestützte Vakuum-Saugbiopsie

Eine weitere stereotaktische Methode ist die MRT-gestützte Vakuum-Saugbiopsie. Dieses ebenso minimalinvasive Verfahren dient zur Abklärung von Befunden in der Brust, die sich nicht sicher durch Mammographie und Ultraschall darstellen lassen.

Bestehen Sie daher auf eine Biopsie vor einer Operation!

Ergibt das Ergebnis der Biopsie, dass das entnommene Gewebe gutartig ist, richtet sich das weitere Vorgehen nach den Beschwerden der Frau: wenn der Knoten sie stört oder wenn er weiter wächst, wird er operativ entfernt. Wenn auf die Operation verzichtet wird, sollen regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchgeführt werden, um etwaige Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Bei einem bösartigen Befund liefert das Gewebe wertvolle Informationen zur Charakterisierung des Tumors, mit denen das weitere Vorgehen der Therapie bereits individuell geplant werden kann.

Bestehen Sie daher auf eine Biopsie vor einer Operation!

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Prognose

Die Daten aus dem Befund sind nicht einfach nur irgendwelche Charakteristika der Erkrankung, sondern haben prognostische Aussagekraft.

Biologische Beschaffenheit des Tumors

Das heißt, sie beschreiben die biologische Beschaffenheit des Tumors und sind damit ein Maß für die Aggressivität der Krebszellen. Mit ihrer Hilfe lässt sich abschätzen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Tumor nach einer Operation zurückkommen könnte.

Bislang erfolgte diese Abschätzung anhand von Faktoren wie z.B.:

  • der Tumorgröße
  • des Hormonrezeptorstatus
  • des HER2 -Status
  • des Grades der Bösartigkeit der Zellen (Grading)
  • des Lymphknotenstatus
  • des Alters
  • Tumorzellen in Lymph- oder Blutgefäßen in Tumornähe

Der behandelnde Arzt sieht sich also alle diese Merkmale im Befund genau an und leitet daraus ab, mit welcher Wahrscheinlichkeit der Tumor bei dieser Patientin zurückkommen kann. Danach sucht er die für diese Patientin am besten geeignete Therapie aus.

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