BrustkrebswissenFrüherkennung & Diagnose

u-PA und PAI 1

Die Konzentration dieser beiden Eiweißstoffe der Tumorzelle liefert zusätzliche Hinweise über den zu erwartenden Krankheitsverlauf und ist von großer Bedeutung, wenn die Lymphknoten nicht befallen sind. Erhöhte Werte von u-PA und PAI 1 bedeuten ein erhöhtes Rückfallrisiko. In diesem Falle wird nach der Operation in jedem Fall eine Chemotherapie empfohlen. Bei niedrigen Werten und damit einhergehend einem niedrigen Rückfallrisiko kann man eventuell auf eine Chemotherapie zu verzichten.

Dieser Test ist international anerkannt und empfohlen. Die aktualisierten S3-Leitlinien Mammakarzinom empfehlen den uPA / PAI-1 Test auf höchstem Evidenzniveau (LOE1a) für die klinische Anwendung und zur Therapieentscheidung bei Brustkrebs ohne Lymphknotenbefall.

Damit ist der uPA / PAI-1 Test der einzige neue tumorbiologische Test, der neben den traditionellen klinisch-pathologischen Prognosefaktoren für die klinische Anwendung empfohlen wird.
 
Im Gegensatz dazu wird die klinische Anwendung von Ki67 und Genexpressionsprofilen von den deutschen S3-Leitlinien nicht empfohlen. Die Gründe dafür werden in den neu aktualisierten S3-Leitlinien ausführlich diskutiert.

Da dieser u-PA/PAI 1-Test nicht an allen Kliniken gemacht werden kann und dafür Frischgewebe benötigt wird, müssen Sie VOR der Operation mit Ihrem Chirurgen und Pathologen klären, ob und unter welchen Bedingungen Ihnen diese Untersuchung ermöglicht werden kann.